Gewehr 88/05/38 ASFA Ankara (türkischer Umbau)
Das Gewehr 88/38 (ASFA Ankara)
Das Gewehr 88/38, oft auch als „Ankara-Umbau“ bezeichnet, ist ein eindrucksvolles Zeugnis internationaler Waffengeschichte. Ursprünglich als deutsches „Kommissionsgewehr“ konzipiert, fand es seinen Weg in die osmanische Armee und wurde in den 1930er Jahren in der jungen Republik Türkei umfassend modernisiert.
Nach dem Ersten Weltkrieg verfügte die Türkei über große Bestände an deutschen Gewehren des Modells 88/05. Im Rahmen eines groß angelegten Standardisierungsprogramms wurden diese Waffen ab den 1930er Jahren in der staatlichen Waffenfabrik in Ankara (ASFA – Askeri Fabrika) umgebaut. Ziel war es, die Waffen optisch und funktional an das neuere Modell Mauser 1938 anzupassen und die Ersatzteilversorgung zu vereinheitlichen.
Besonderheiten des Ankara-Umbaus:
- Laufmantel-Entfernung: Der charakteristische deutsche Laufmantel wurde entfernt und durch einen schweren Lauf mit Handschutz ersetzt.
- Visierung: Einbau eines modernen Schiebevisiers mit arabischen (später lateinischen) Ziffern.
- Schaft: Ein neuer Holzschaft im Stil der 1938er Mauser-Gewehre mit Fingerrillen und obenliegendem Handschutz.
- Ladesystem: Die Waffen waren bereits auf das Laden per Ladestreifen (S-System) umgerüstet, was den Verzicht auf das ursprüngliche Paketladesystem bedeutete.
Ursprungssystem: Gewehr 88 (Kommissionsgewehr)
Hersteller (Umbau): ASFA Ankara (Askeri Fabrika)
Zeitraum des Umbaus: ca. 1935 – 1940er Jahre
Kaliber: 8 x 57 IS (Infanterie Spitz)
Magazin: kapazität 5 Schuss, festes Kastenmagazin
Ladesystem: Ladestreifen (kein Rahmenlader mehr)
Gesamtlänge: ca. 1240 mm
Lauflänge: ca. 740 mm
Gewicht: ca. 4,1 kg
Visierung: Schiebevisier, skaliert bis 2000 Meter
Verschluss: Zylinderverschluss
