Springfield Snider 1864
Das osmanische Springfield-Snider 1864
Nach dem Ende des US-Bürgerkriegs verfügten die USA über enorme Bestände an Springfield-Vorderladern. Das Osmanische Reich erwarb ab 1869 große Mengen dieser überschüssigen Gewehre, darunter das Modell 1864. Um mit der rasanten technischen Entwicklung Schritt zu halten, wurden diese Vorderlader in Belgien oder direkt im osmanischen Arsenal Tophane in Istanbul zu modernen Hinterladern umgebaut.
Besonders markant für osmanische Modelle ist oft das Poilvache-System, eine belgische Variante des Snider-Verschlusses, die sich durch einen speziellen federbelasteten Verriegelungshebel auszeichnet. Diese Gewehre waren die Hauptbewaffnung der osmanischen Truppen zu Beginn des Russisch-Osmanischen Krieges (1877–1878).
Unter seiner Herrschaft fand die massive Modernisierung der osmanischen Armee statt. Er war es, der die Verträge über den Ankauf amerikanischer Springfield-Bestände unterzeichnete und den Umbau auf das Snider-System in Auftrag gab. Die Tughra auf dem Lauf oder dem Schaft dient nicht nur als herrschaftliches Siegel, sondern fungierte gleichzeitig als staatliches Abnahmestempel-Symbol für Qualität und Eigentum des Imperiums.
Technische Details:
Konvertierung: Snider-System (oft Poilvache-Variante)
Baujahr: 1864
Kaliber: .577 Snider (Zentralfeuer)
Laufprofil: Original Springfield-Züge (3-Rillen-Profil)
Beschriftung: "U.S. Springfield" & osmanische Abnahmekontrollen
Visier: Graduiert in osmanisch-türkischen Ziffern
Schaft: Originaler Militärschaft aus amerikanischem Walnussholz
