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Mauser 1903/36 ASFA Ankara (türkischer Umbau 1936)

Das Mauser-Gewehr 1903/38

Im Jahr 1932 befand sich die junge Republik Türkei in einem umfassenden  Modernisierungsprozess ihrer Streitkräfte. Ein zentraler Bestandteil  dieser Bemühungen war die Standardisierung der Bewaffnung. Das Herzstück dieses Vorhabens bildete der Umbau der bewährten osmanischen Mauser-Gewehre Modell 1893 und 1903.

Im Jahre 1932 wurden zur Beginn ca. 1.000 Gewehre umgebaut, zwischen 1933-1935 insgesamt ca. 62.000 Gewehre.

Ursprünglich wurden die M1903-Gewehre von den Mauser-Werken in Oberndorf für das Osmanische Reich im Kaliber 7,65 × 53 mm gefertigt. Nach der Gründung der Republik im Jahr 1923 strebte das Militär eine Vereinheitlichung auf das leistungsstärkere deutsche Kaliber 7,92 × 57 mm (8 mm Mauser) an.

Der Umbau von 1936 (M1903/35 & M1903/38)

Zwischen 1935 und 1940 wurden rund 45.000 Einheiten in den staatlichen Arsenalen (wie ASFA in Ankara) grundlegend überarbeitet.

Die wichtigsten technischen Änderungen:

  • Neukalibrierung: Einbau eines neuen Laufs für das Kaliber 7,92 × 57 mm.
  • Gehäusemodifikation: Um die längeren 8-mm-Patronen laden zu können, wurde eine markante Aussparung (Notch) an der Vorderseite der Systemhülse eingefräst.
  • Visierung: Installation eines neuen, metrischen Schiebevisiers, das bis zu 2.000 Meter skaliert ist.
  • Schaft & Beschläge: Viele Gewehre erhielten neue Schäfte mit Fingerrillen und modernisierte Handschutze.
Markante Kennzeichen für Sammler

Ein 1936 umgebautes Mauser-Gewehr lässt sich leicht an seinen neuen Markierungen identifizieren:

  1. Hülsenkopf: Die ursprüngliche osmanische Tughra (Sultan-Siegel) wurde entfernt.  Stattdessen prangen dort nun der türkische Halbmond mit Stern sowie der  Schriftzug "T.C. ASFA ANKARA" (Türkiye Cumhuriyeti / Askeri Fabrika).
  2. Jahreszahl: Unter dem Logo ist deutlich das Umbaujahr – in diesem Fall 1936 – eingeschlagen.
  3. Verschluss: Der Verschlusshebel des Modells 1903 behielt oft seine charakteristische, leicht tropfenförmige Form, was ihn optisch von späteren Modellen unterscheidet.
Fazit

Die Umbaumaßnahmen von 1936 verwandelten eine veraltete imperiale Waffe in ein zuverlässiges Werkzeug für die Landesverteidigung. Heute sind diese Gewehre, oft unter der Sammlerbezeichnung M03/38 bekannt, geschätzte Zeitzeugen, die den Übergang vom Osmanischen Reich zur modernen Türkei dokumentieren.

Die wichtigsten Upgrades im Überblick:
  • Laufwechsel: Die alten 7,65mm-Läufe wurden durch neue, robuste 8mm-Läufe ersetzt.
  • Systemkasten-Anpassung: Da die 8mm-Patrone länger war, musste am Hülsenkopf eine kleine Aussparung (die sogenannte „Laderampe“) eingefräst werden, um das Laden mit Ladestreifen zu ermöglichen.
  • Visier-Update: Die alten osmanischen Schriftzeichen auf den Visieren verschwanden. Es wurden moderne, westliche Ziffern (1–20 für 100–2000 Meter) eingraviert.
  • Sicherheits-Upgrade: Viele Modelle erhielten einen neuen Schlagbolzen und eine verbesserte Sicherung nach dem Vorbild des Modells 98.
Das Erkennungsmerkmal: Die ASFA-Stempelung
Wer ein solches Gewehr heute in Händen hält, erkennt den Umbau sofort am Hülsenkopf. Wo einst die filigrane Tughra (das Siegel des Sultans) thronte, findet man bei den 1936er-Umbauten:

- Den türkischen Halbmond mit Stern.
- Die Initialen "T.C." (Türkiye Cumhuriyeti – Republik Türkei).
- Die Fabrikmarke "ASFA" (Askeri Fabrika – Militärfabrik).
- Die Jahreszahl "1936".