Gewehr 88/05 Danzig 1890
Das Gewehr 88/05 Danzig 1890
Das Gewehr 88/05, gefertigt im Jahr 1890 in der Königlichen Gewehrfabrik Danzig. Dieses Exemplar ist nicht nur ein Meilenstein der Waffentechnik, sondern dokumentiert durch seine markanten Stempelungen die engen diplomatischen Bande zwischen dem Deutschen Kaiserreich und dem Osmanischen Reich.
Das ursprünglich als Reaktion auf das französische Lebel-Gewehr entwickelte "Kommissionsgewehr" 88 war das erste deutsche Ordonnanzgewehr für rauchloses Pulver. Die hier vorliegende Variante 88/05 stellt die wichtigste Modernisierungsstufe dar:
- Umstellung auf Ladestreifen: Ab 1905 wurden die Gewehre umgebaut, um statt der alten Mannlicher-Laderahmen die modernen Mauser-Ladestreifen nutzen zu können.
- S-Kalibrierung: Der Verschluss und Lauf wurden für die stärkere S-Patrone (Spitzgeschoss) angepasst.
Das markanteste Merkmal dieses Gewehrs ist der osmanische Halbmond auf der Systemhülse. Während des Ersten Weltkriegs lieferte das Deutsche Reich große Bestände des Gewehrs 88/05 als Militärhilfe an seinen Verbündeten am Bosporus.
- Bedeutung: Der Halbmond diente als offizielles Abnahmezeichen des Osmanischen Reiches.
- Weitere Merkmale: Oft finden sich bei diesen "Türken-Beuten" auch arabische Ziffern auf dem Visier, die die ursprünglichen deutschen Meter-Angaben ersetzten.
Hersteller / Jahr: Danzig, 1890
System: Repetiergewehr mit Zylinderverschluss (System Schlegelmilch)
Kaliber: 7,92 × 57 mm (8 mm Mauser, S-Lauf)
Magazin: 5 Schuss, festes Kastenmagazin (Ladestreifenzufuhr)
Besonderheit: Charakteristischer Laufmantel zur Vermeidung von Hitzeflimmern
Markierungen: Preußische Krone, "Danzig 1890", osmanischer Halbmond
Dieses Gewehr vereint preußische Fertigungsqualität aus Danzig mit dem Schicksal des Osmanischen Reiches im Großen Krieg. Mit seinem ikonischen Laufmantel und der geschichtsträchtigen Systemhülse ist es ein unverzichtbares Exponat für Sammler historischer Militärwaffen und Kenner der Ära des Ersten Weltkriegs.
