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Peabody Martini

Das Peabody-Gewehr M1874 

Das Peabody-Martini-Gewehr Modell 1874 war die erste moderne Hinterlader-Standardwaffe der osmanischen Infanterie und spielte eine entscheidende Rolle in Konflikten wie dem Russisch-Türkischen Krieg (1877-1878). Produziert von der Providence Tool Company in Rhode Island, USA, stellte dieses Einzelladergewehr einen bedeutenden technologischen Fortschritt gegenüber den bis dahin verwendeten Vorderladern dar.

Die osmanische Armee erwarb rund 600.000 dieser Gewehre, die sich durch ihre Robustheit und Feuergeschwindigkeit (bis zu zehn Schuss pro Minute) auszeichneten. Trotz seiner späteren Ablösung durch Mauser-Repetiergewehre Ende des 19. Jahrhunderts, blieb das Peabody M1874 bei sekundären Einheiten bis in den Ersten Weltkrieg hinein im Einsatz.

Technische Daten:

Die osmanische Version des Gewehrs weist einige spezifische Merkmale im Vergleich zur britischen Martini-Henry-Variante auf, darunter eine einzigartige Patronenkammerung und oft eine Sicherung vor dem Abzug. Die technischen Daten können je nach spezifischem Modell (Typ A oder Typ B) leicht variieren.

Hersteller: Providence Tool Company, USA

System: Einzellader, Fallblockverschluss (Peabody-Martini-Patent)

Kaliber: .45 Turkish (auch bekannt als 11,43 x 55 mm R oder 11,43 x 59 mm R Schwarzpulverpatrone)

Gesamtlänge: ca. 124,5 cm (49 Zoll) Lauflänge ca. 84,5 cm (33 Zoll) Gewichtca. 3,8 - 4,0 kg (8.4 - 8.88 Pfund) Visier: Verstellbare Tangenten-Kimme mit arabischen Ziffern

Bajonett: Konzipiert für ein Jatagan-Säbelbajonett M1874 (Gesamtlänge Bajonett ca. 71,5 cm)

Markierungen: Linke Gehäuseseite mit Herstellergravur; rechte Gehäuseseite oft mit Tughra (Sultanssiegel) und arabischem Datum

Viele dieser Gewehre wurden später im 20. Jahrhundert auf das kleinere  Kaliber 7,65 mm Mauser umgerüstet, um sie an die moderneren  Standardpatronen der osmanischen Armee anzupassen.

Das Gewehr in der Geschichte

Das Peabody M1874 war nicht nur eine Waffe, sondern ein Symbol für die militärische Modernisierung des Osmanischen Reiches in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Seine Zuverlässigkeit im Feld, insbesondere während der Belagerung von Plewna, trug dazu bei, den Vormarsch russischer Truppen vorübergehend zu stoppen und die Effektivität moderner Hinterladerwaffen unter Beweis zu stellen. Es ist ein faszinierendes Stück Militärgeschichte, das die globalen Waffenhandelsbeziehungen dieser Epoche widerspiegelt.